Wenn im Sportheim Trunstadt dreimal ein kräftiges „Kikeriki!“ durch den Saal schallt, dann sind die Ritter vom Hahn nicht weit. Wir sind die Große Karnevalsgesellschaft der Ritter vom Hahn e. V. aus Trunstadt im Landkreis Bamberg. Seit über 50 Jahren bringen wir den Fasching in unser Dorf, und inzwischen kennt man uns weit über die Ortsgrenzen hinaus.
Kurz und knapp
- Verein: Große Karnevalsgesellschaft der Ritter vom Hahn e.V. Trunstadt
- Gegründet: 1974, eingetragener Verein seit 2023
- Zuhause: Vereinsheim am Kirchberg 13 in Trunstadt, Gemeinde Viereth-Trunstadt, Landkreis Bamberg
- Mitglieder: rund 120 aktive Mitglieder
- 1. Vorsitzender: Alexander Waltrapp (seit 2026)
- Garden: Burgküken, Ritterfunken, Große Garde, Zapfhähne und zwei Funkenmariechen
- Höhepunkt des Jahres: die Truschääder Ritterfosenocht mit drei Prunksitzungen
- Schlachtruf: ein dreifach kräftiges Kikeriki
Eine Nacht im Turm: wie alles begann
Im Herbst 1974 wurde in Trunstadt der Turm am Schloss eingeweiht. Nach der Feier saßen Bürgermeister Hans Schmitt und Theo Kunzmann noch einmal im Turm zusammen. Drei Spätheimkehrer, Hans Peter Niessen, Alfred Krug und Adolf Gick, sahen dort Licht und kehrten ein. Irgendwann zwischen vier und halb fünf Uhr morgens stand die Idee: Trunstadt braucht eine Faschingsgaudi. Dass der Rheinländer Niessen daran großen Anteil hatte, darf man annehmen.
Im Fasching 1975 zogen die ersten Ritter vom Hahngebiet zum Schlossplatz, in selbstgebauten Rüstungen aus Teppichboden und mit einer Kanone, die tatsächlich funktionierte. Die Obrigkeit wurde mit Konfetti beschossen, Bürgermeister, Pfarrer, Rektor und Gemeinderäte gefesselt und unter großem Beifall in den Turm gesperrt.
Und der Name? „Ritter“, weil früher sechs Rittergeschlechter in Trunstadt residierten. „Vom Hahn“, weil die meisten Gründer im Hahngebiet wohnten.
Die ganze Gründungsgeschichte haben Otto und Dora Rebhan 1999 zum 25-jährigen Jubiläum aufgeschrieben. Sie steht in unserer Chronik „Wie alles begann…“.
Von der ersten Prunksitzung zur Ritterfosenocht
1975 und 1976 holten wir uns für die Prunksitzung noch Gäste aus Nürnberg auf die Bühne. Danach sagte Hans Peter Niessen: „Was die können, können wir auch.“ Innerhalb von vier Wochen studierten wir unter seiner Leitung eine eigene Prunksitzung ein. Seitdem gehört sie zu Trunstadt wie der Hahn zu den Rittern. Wegen der großen Nachfrage wurden es bald zwei Sitzungen pro Saison.
2010 verabschiedeten wir uns nach 35 Jahren von der klassischen Prunksitzung. Nach zwei Jahren Pause kamen wir 2013 mit etwas ganz Neuem zurück: der Truschääder Ritterfosenocht. Aus der Sitzung wurde eine Show, mit Tanz, Sketchen, Musik, Licht- und Bühnentechnik, bis ins letzte Detail durchdacht. Das Publikum war begeistert. Seitdem füllen wir das Sportheim Jahr für Jahr an drei Abenden bis auf den letzten Platz. Nur Corona hat uns zwei Jahre ausgebremst. Bei der Ritterfosenocht 2026 standen über 130 Akteure auf, vor und hinter der Bühne.
Alle Prunksitzungen im Rückblick
Unsere Garden
Von Anfang an waren bei den Prunksitzungen unsere Jüngsten dabei, damals noch als „Burgschwalben“. Heute sind unsere Garden das Aushängeschild des Vereins:
- Burgküken (6 bis 9 Jahre): unsere Kleinsten, die sich jedes Jahr in die Herzen des Publikums tanzen
- Ritterfunken (10 bis 17 Jahre): unser Nachwuchs, der von Jahr zu Jahr mehr Bühnenerfahrung sammelt
- Große Garde (ab 18 Jahren): unsere erwachsenen Tänzerinnen und Tänzer
- Zapfhähne: unsere junge Männergarde, die neueste Gruppe im Verein
- Funkenmariechen: zwei Solotänzerinnen an der Spitze unserer Garden
Engagierte Trainerinnen studieren jedes Jahr neue Tänze ein. Außerdem tanzen Tänzerinnen aus unseren Reihen in der Landkreisgarde, die das ganze Jahr über bei Veranstaltungen in der Region auftritt. Unsere Garden kann man übrigens auch für Auftritte buchen.
Mehr als Fasching
Fasching ist bei uns kein Wochenende im Februar. Die Ritter sind das ganze Jahr unterwegs:
- Faschingsumzüge: Mit unseren Faschingswagen, zuletzt dem Piratenschiff, haben wir bei Umzügen in der Region schon reihenweise erste Preise geholt. Zu den Faschingsumzügen
- Feste im Vereinsheim: Seit wir ein eigenes Vereinsheim am Kirchberg 13 haben und es ausbauen konnten, feiern wir dort Sommerfest, Oktoberfest, Weihnachten und Silvester.
- Lichterglanz: In der Adventszeit bringen wir den Trunstadter Kirchberg zum Leuchten.
- Großveranstaltungen: Gemeinsam mit befreundeten Vereinen richten wir Veranstaltungen wie die „Närrische Bierprobe“ der ARGE Landkreisfasching aus. 2026 waren wir Mitveranstalter von „Franken Helau“.
- Im Fernsehen: Die Sketche unserer Kinder und Jugendlichen waren schon mehrfach im Bayerischen Fernsehen zu sehen.
Wir arbeiten eng mit den anderen Faschingsvereinen im Landkreis und mit dem Fastnachtsverband zusammen. Im Dorf sind wir mit allen Ortsvereinen verbunden, besonders mit der Spielvereinigung Trunstadt.
Tradition, die bleibt
Einiges hat sich seit 1974 nicht verändert, und das ist gut so. Die Vereinsfahne hat Anna Wohlpart genäht, Schaft und Speerspitze fertigte Otto Rebhan. Unsere historischen Gewänder entstanden 1988 für das Festjahr „1200 Jahre Trunstadt – 750 Jahre Pfarrei“, und wir tragen sie bis heute. Die Orden gossen über viele Jahre Theo Kunzmann und Manfred Montag. Und wer sich um den Verein oder um Trunstadt verdient gemacht hat, wird bei uns zum Ehrenritter geschlagen.
Aus einem losen Haufen wurde ein Verein
Fast fünf Jahrzehnte lang waren die Ritter eine Gemeinschaft von Faschingsbegeisterten ohne feste Vereinsstruktur. 2023 ließen wir uns als eingetragener Verein registrieren. Seitdem sind viele neue Mitglieder dazugekommen, und der Verein steht auf festen Füßen, auch finanziell. So konnten wir in Bühnen- und Saaltechnik und in die Ausstattung unserer Garden investieren.
Die Köpfe hinter den Rittern
Unsere Vorsitzenden seit 1974
Hans Peter Niessen (erster Vorsitzender und Sitzungspräsident), Adolf Gick, Inge Schug, Alfred Lubkowitz, Roland Kunzmann, Gabi Peterhans (1995–2010), Thomas Bähr (2010–2026) und seit 2026 Alexander Waltrapp.
Unsere Sitzungspräsidenten
Hans Peter Niessen, Michael Jäger sen., Hans Winkler, Gabi Peterhans und Werner Herold. Heute führen Kathleen Grafe und Henning Willig durch die Ritterfosenocht.
Gabi Peterhans hat den Verein 15 Jahre lang geführt. Wir denken in großer Dankbarkeit an sie.
Thomas Bähr hat die Ritter vom Hahn in 16 Jahren zu dem gemacht, was sie heute sind: Unter ihm entstanden die Ritterfosenocht, das Vereinsheim, die Zapfhähne und der eingetragene Verein. Sein Motto war „Alles für den Verein!“. 2026 hat er den Vorsitz abgegeben, und der Ausschuss hat ihn zum Ehrenmitglied ernannt.
Mit Alexander Waltrapp an der Spitze führen wir den Verein in diesem Sinne weiter: unserer Tradition treu, mit neuen Köpfen und neuen Ideen.
Mitmachen
Ob auf der Bühne, beim Umzug, hinter der Theke oder an der Technik: Bei uns findet jeder seinen Platz. Und unsere Garden suchen immer Nachwuchs, Mädchen genauso wie Jungs.
Ansprechpartner: Alexander Waltrapp, E-Mail:
Auf ein dreifach kräftiges Kikeriki!
