Närrische Bierprobe in Trunstadt: Fränkischer Humor trifft Bierkultur
Ausgelassene Stimmung, fränkische Mundart und jede Menge Bier: Die „Närrische Bierprobe“ der ARGE Landkreisfasching Bamberg lockte am Samstagabend zahlreiche Gäste in die Halle der „Ritter vom Hahn“ in Trunstadt. Die Veranstaltung gilt als humorvoller Auftakt in die fünfte Jahreszeit, vereint Faschingstradition mit regionaler Bierkultur und fand zum zweiten Mal statt. Charmant führten Hans-Werner Müller und Gerlinde Stache durch den Abend. Gleich zu Beginn sorgte Müller für einen Lacher: „In einer Stadt waren wir auch noch ned!“ Worauf Stache entgegnete: „Na ja, jetzt übertreibs mal net, es heißt ja eigentlich Viereth-Trunstadt, also bloß a halbe Stadt.“ Damit war der Ton gesetzt für einen Abend voller fränkischer Lebensfreude.
Die ARGE Landkreisfasching, ein Zusammenschluss von acht Faschingsvereinen aus dem Landkreis Bamberg, präsentierte ein buntes Programm. Mit dabei waren der Häschaader Fasching, TanzRhythmus Hirschaid, der Memmelsdorfer Carneval-Club, der Baunacher Faschingsclub Narretei, der Elferrat Breitengüßbach und das United Dance Team, die Spielvereinigung Stegaurach als neuer Partner sowie die Gastgeber, die Große Karnevalsgesellschaft Ritter vom Hahn aus Trunstadt.
Zu den Höhepunkten des Abends zählte der Besuch zahlreicher Ehrengäste. Landrat Johann Kalb und sein Stellvertreter Johannes Maciejonczyk mischten sich unter die Faschingsfreunde. Ebenso war eine starke Delegation des Fastnacht-Verbandes Franken vertreten, angeführt von Präsident Marco Anderlik und Bezirkspräsident Norbert Greger. Auch die Medien gaben sich die Ehre: Vom BR Studio Nürnberg waren Rüdiger Baumann, bekannt aus der Frankenschau und als Fastnachtsredakteur, sowie Norbert Küber, stellvertretender Leiter des BR Studios Franken, vor Ort. Mit einem Augenzwinkern beruhigte Moderatorin Stache das Publikum: „Keine Angst, wir haben heute keine Fernsehaufzeichnung! Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“
Die Trunstadter Musikanten eröffneten den Abend schwungvoll, bevor die Kultband „Fei Fränkisch“ mit fränkischen Liedern für Stimmung sorgte. Mit Wortwitz und Charme begeisterten in der Bütt Helmut Wohlpart, der als „Rentner“ den Alltag im Ruhestand humorvoll beleuchtete, Hans-Ludwig Straub, der mit Geschichten „rund ums Bier“ seine jahrzehntelange Brauerfahrung in Pointen verpackte, und Pfarrer Marianus Schramm, der als „Hobbygärtner“ mit fränkischem Humor die Tücken des grünen Daumens schilderte. Humorvolle Sketche wie die „Krönung der Bierprinzessin“ und das „Fränkische Wirtshaus“ von Jutta und Lisa Saffer sorgten für Lacher. Besonders Jutta Saffer, als Saalbedienung verkleidet, brachte das Publikum zum Schmunzeln: „Ich bin halb Rentnerin und halb Granate! Einfach Renate!“ Musikalische Akzente setzten die „Dorfheiligen“ Lisa Enkert, Rita Steib, Natasha Metzger, Yvonne Kötzner und Elke Weiß aus Hirschaid mit Wirtshausliedern sowie ein Trio um Michael Kratzer, Michael Jäger und Helmut Wohlpart, das eine humorvolle Version von Fred Fesls Lied über das Übel eines Musikers im Wirtshaus zum Besten gab. Für tänzerische Höhepunkte sorgten das United Dance Team mit
einem eleganten Solistenmedley und die Landkreisgarde, die als absolutes Highlight des Abends ihren diesjährigen Gardemarsch präsentierte und mit einer schwungvollen Zugabe das Publikum begeisterte. Die Choreografie und das Training lagen in diesem Jahr in den Händen von Cathrin Müller und Paul Zahn vom United Dance Team. Ein besonderer Dank galt dem Schirmherrn der Landkreisgarde, Landrat Johann Kalb, der die Formation seit Jahren unterstützt.
Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der amtierenden 14. Bayerischen Bierkönigin Anna Winkler aus Mainbernheim. Im Interview erzählte sie, wie man Bierkönigin wird und warum Bier und Fasching perfekt zusammenpassen. Für den närrischen Teil sorgte die selbsternannte „Bierprinzessin“ Anita, eine Influencerin gespielt von Anja Schmaus, die sich auch auf der Bühne so verhielt. Mit einem breiten Lächeln rief sie ins Publikum: „Wau! Follow me für weitere Infos!“ Nach einer humorvollen Fragerunde mit der Jury, darunter die Bierkönigin selbst, war klar: „Für den heutigen Tag bist du die Bierprinzessin! Anita die Erste!“ Eine Schärpe oder Krone? Fehlanzeige! Anita setzte ganz auf Selbstinszenierung und Social-Media-Charme, was für viele Lacher im Saal sorgte. Unterstützt wurde sie dabei von Karolina Pflaum. Auf einmal platzte „Fei Fränkisch“ spielend den Ballermannhit „Bumsbar“ auf die Bühne und Moderatorin Stache rief zur Ordnung: „So a Gschmarri brauchen wir do fei ned! Spielt wenigstens was fränkisches!“
Bei der närrischen Bierprobe kamen die Gäste in den Genuss einer besonderen Auswahl fränkischer Braukunst. Aus Trunstadt wurde der kräftige Weiherer Bock der Ritter vom Hahn gereicht, während der Häschaader Fasching mit dem spritzigen Strombräu Hell für Abwechslung sorgte. Der Memmelsdorfer Carneval-Club präsentierte das charaktervolle Stöffla aus der Brauerei Drei Kronen. Rauchige Noten brachte das Rauch-Märzen der Brauerei Wagner aus Kemmern, das vom Elferrat Breitengüßbach vorgestellt wurde. Den krönenden Abschluss bildete das Landkreisbier „36 Kreisla“, ein feines Bernsteinlager, das eigens für den Landkreis Bamberg kreiert wurde. Dann hieß es: „Hoch die Schlegel, zeigt was ihr könnt, das Freibier sei nun dem Landkreis gegönnt!“ Mit einem kräftigen „Haut nei!“ wurden die Fässer angestochen und das Freibier floss.
Den humorvollen Schlusspunkt setzte die Kultband „Fei Fränkisch“. Mit einem Lied über „zu kurz geratene Dinge“ wurde stellvertretender Landrat Johannes Maciejonczyk auf der Bühne augenzwinkernd zum Narren gehalten. Danach folgte eine musikalische Pointe: Auf die bekannte Melodie von „Über sieben Brücken musst du gehen“ sang die Band eine fränkische Version mit dem Text „Wegen sieben Seidla durchzudrehen“ über das Übel, das so manchem Zecher bevorsteht, wenn er nach Hause kommt und die Frau daheim mit einem Vortrag wartet. Zum großen Finale stimmte der ganze Saal gemeinsam das Lied „Nix Amore“ an. Ein stimmungsvoller Abschluss, der die Gäste noch lange zum Mitsingen und Schunkeln animierte. DJ Chrissi sorgte danach für Partystimmung bis nach Mitternacht.











